Aus der Welt von Emma Kann

Emma Kann war eine jüdisch-deutsche Schrift­stel­lerin, die am 25.05.1914 in Frankfurt am Main geboren wurde. Weil sie als Jüdin von den Natio­nal­so­zia­listen verfolgt wurde, musste sie Deutsch­land verlassen. Nach ihrer Flucht aus Nazi-Deutsch­land 1933 und verschie­denen Stationen lebte sie ab 1945 in den USA. In New York widmete sie sich verstärkt dem Schreiben. Dort entstanden zum Beispiel die Gedichte „Heimatlos“(1933) und „The Land of My Childhood“(1973). 

Da sie viele schöne Gedichte geschrieben hat, haben wir einen Gedicht­wett­be­werb innerhalb der Klasse 7f orga­ni­siert. Da sollten die Schü­le­rinnen und Schüler über eigene Erleb­nisse schreiben, die von Emma Kanns Gedichten inspi­riert waren.

Das sind die Gewinner von Platz 1 bis 5 geordnet:

1. Platz: Hiyab Solomon

Inspi­riert von den Gedichten: „Die Dame Europa“ und „Afri­ka­ni­sches“

Die Dame Europa in Afrika

Die Dame Europa macht Urlaub,

Urlaub in Afrika.

Sie will die Welt bereisen,

Deshalb sitzt sie da,

Doch das muss nicht heißen,

Dass sie Europa nicht vermisst.

Besorgt hat sie sich ein kleines Haus,

Viel kleiner als ihr Anwesen.

Ein Krokodil springt aus dem Gebüsch raus

Und Europa erschreckt sich total.

Sie findet keine Rast.

„Ich will zurück in meinen Palast“.

Die edle Dame Europa genoss die Vielfalt

Über verschie­dene Kulturen zu erfahren,

Doch sie weiß das Zuhause ihr Palast auf sie wartet.

2. Platz: Louise Brecht und Ada Ceh

Inspi­riert von dem Gedicht: Als die Tiere noch sprachen

Der Krieg der Sprachen

Ein ganz normaler Tag im Wald

Wolf: Hallo mein lieber Rabe!

Fliegst du denn noch schön gerade?

Rabe: Oh Wolf, schön dich zu sehen!

Ich hatte letztens so ein paar Ideen.

Was wenn es die Menschen waren,

Die un‘sre Sprache klauten vor Jahren?

Ohne es zu ahnen hatte der Rabe 

Eine vielmals gestellte Frage beant­wortet…

Wolf: Rabe! Das ist die Antwort auf die Frage!

Doch was ist der Rest der Sprachen-Sage?

Rabe: Womöglich passierte es vor langer Zeit,

An einem Ort von hier ganz weit.

Es geschah vor vielen Jahr­hun­derten

Als die Menschen noch von ganzem Leibe hungerten

Niemand kannte diesen Ort

Bis die Menschen kamen und den Tieren die Sprache rissen fort

Wolf: Ja sie kamen bestimmt ohne Ankün­di­gung

Und suchten nach einer Verei­ni­gung

Wir mussten ihnen unsere Sprache beibringen

Und so wurden sie zu unseren Lehr­lingen.

Rabe: Ohne es zu wissen brachten wir ihnen das Reden bei 

Und sehr schnell nutzten sie ihre Chance dabei.

Freund­li­cher­weise bekamen sie die Sprache erklärt

Und von Mensch zu Mensch wurde sie weiter­ge­lehrt

Doch schnell sich das Gute drehte zum Schlechten

Denn die Menschen sich der Tier­sprach bemäch­tigten

Wolf: Wir haben geschafft das alte Rätsel zu befreien

denn so muss es gewesen sein!

3.Platz: Gabriel Lins

Inspi­riert von dem Gedicht: Das Meer

ACTIVM

Die Schlacht war geschlagen

Octavian hatte gesiegt

Marc Anton und Kleopatra waren geflohen 

Überall zerstörte Schiffe

Es herrschte Stille

Dazwi­schen die Rufe von Octavians Soldaten

AVE OCTAVIANUS! AVE AGRIPPA!

Agrippa, der Mari­ne­kom­man­dant

War einer von Cesars Offi­zieren gewesen

Er siegte immer

So auch dieses Mal

Ich frage mich

Was denkt das Meer

Wenn es Schau­platz einer Schlacht ist? 

Ich denke, es gefällt ihm nicht

Das arme Meer

Eigent­lich so schön

Hat nicht verdient

Schau­platz eines solchen Gemetzels zu sein 

Möge es wieder schön werden

Rein werden

Wieder Meer sein

Nicht Schlacht­feld

AVE MARE!

4. Platz: Smilla Fischer

Inspi­riert von dem Gedicht: melan­cho­li­sches Früh­lings­lied

Kunterbunt

Lila Tulpen

Rote Rosen

Warmer Sonnen­schein.

Vögel singen

Bienen summen

In mir kehrt Ruhe ein.

Wolken ziehen

Blumen sprießen

Endlich bin ich frei.

Winde pfeifen

Bäume rascheln,

DAS muss Frühling sein!

5. Platz: Ludwig Redenius

Inspi­riert von dem Gedicht: Das Meer

Das Meer

Ich liebe das Meer,

Die Wellen, der Wind

Und das Surfen im Sommer.

Im Herbst riecht es nach Sturm,

Im Winter zeigt es seine Kraft,

Im Frühling wird es wieder sanft.

Wir spielen Rugby am Strand,

Und wenn der Ball ins Wasser fliegt,

Rennen wir lachend hinterher.

Doch ich weiß, das Meer ist stark.

Und ich habe Respekt vor seiner Kraft,

Trotzdem komme ich immer zurück,

Weil das Meer ein Teil von mir ist.

Zum Schluss wollten wir sagen, dass es uns sowie den Teil­neh­mern und Teil­neh­me­rinnen Spaß gemacht hat, uns mit Emma Kann ausein­an­der­zu­setzen. Emma Kann war eine beein­dru­ckende Persön­lich­keit, von der wir mit Sicher­heit noch viel lernen können.

von

Lisa Winkel­mann und Amina El Hannouti, in Zusam­men­ar­beit mit der Schü­ler­zei­tung

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